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Photo: Gabriele Heilmann / Text: Christine Krokauer

Wurzeln

und Flügel, forderte Goethe.

Wurzeln sind nicht nur für Bäume die Basis. Wir Menschen sind heute global unterwegs, in Sekundenschnelle weltweit am Puls von Ereignissen. Doch all das täuscht nicht darüber hinweg, wie wesentlich für uns der Begriff der Heimat ist. Nicht immer ist Heimat mit einem Ort verbunden, Heimat kann sein, wo ich mich wohlfühle, keine Frage. Und doch – Wurzeln sind für uns auch innerlich verbunden mit Muttersprache und Vaterland, mit der Gegend, in der wir uns einfach nur angenommen fühlen, im Umkreis von Menschen, die wir lieben. Und so, wie der Baum Kraft aus den Wurzeln bekommt, die ihn nähren, ihn halten und versorgen mit dem, was er vom Boden braucht, brauchen wir Wurzeln in einem geistigen Boden, der uns nährt, versorgt und aus dem wir Lebenskraft ziehen können.

Der Frühling – wie schön…

Blüten, in diesen Tagen nach Ostern mit Schnee ummantelt. Nicht ungewöhnlich für April, das Wetter.

Als Kind hörte ich, wie eine Frau zu einer anderen beim Anblick der Blüte einer wilden Möhre sagte: Siehst du das? So fein kann das kein Mensch arbeiten und das ist bei allen Blüten so ein Wunder. Keiner von uns könnte das, auch nicht mit feinster Klöppelei, was die Natur kann.

Jedes Jahr, wenn die ersten Schlehen blühen, denke ich an diese Aussage. Mir gefällt auch das Bild, dass kleine Wesen die Knospen streicheln, um die Blüten einzuladen, zum Vorschein zu kommen. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich für diese Herrlichkeiten um mich herum.

Vergessen

übertitelt Gabi ihr Foto. Ich sags mal so – nicht vergessen. Sondern wichtige Nahrung für die Vögel. Farbtupfer, damit nicht übersehen wird, was wirklich wichtig ist. Freumoment. Und leuchtend erst. Und gut gekühlte Kerne, die vielleicht zu Boden fallen und in wenigen Jahren an Herrn von Ribbeck erinnern …

 

Vorfreude

Blüten – geballte Pflanzenkraft.  Und wenn es wie hier eine Kirschblüte ist, natürlich auch Verheißung auf pralle Früchte, die sich die Kinder an die Ohren hängen, die in Marmeladentöpfchen wandern, in den Kirschmichel, auf Kuchen erfreuen oder als Saft im Winter heißgemacht daherkommen. Gabi hat ihren Kirschzweig an Barbara geschnitten, so dass er zu Weihnachten geblüht hat. Das hat man gemacht, damit die Menschen, die so krank waren, dass sie die Blüte im Frühjahr nicht mehr erleben würden, noch einmal Herzensfreude empfinden können, dann wurde es ein guter Brauch. Ich habe das Foto ausgesucht, weil ich heute ein Glas Kirschen aufgemacht habe, damit wir einen guten Nachtisch haben und weil es nochmal kalt werden soll – da bringt so ein Foto gute Nachrichten mit. Blüte – wunderschöner Anblick,  in der Gemmotherapie kraftvolles Heilmittel, Versprechen und Schönheit.

Schau mir in die Augen, Kleines

In einem Text von Gernhardt heißt es auszugsweise:

Gesetzt den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt –
(„Gesetzt den Fall“ heißt „nehmen wir mal an“) -,
gesetzt den Fall es hat den Kopf gesenkt
und ist euch böse – ja, was dann?

Dann solltet ihr dem Schaf was Liebes sagen,
ihr könnt ihm auch dabei den Rücken streicheln,
ihr dürft nicht „Na? Warum so sauer?“ fragen,
ihr müsst dem Schaf mit Freundlichkeiten schmeicheln.

Geduldige Schafe gehen viele in  einen Stall, sagt der Volksmund, erinnert aber auch daran: “Der Bock weiß, dass er Hörner hat”. Das erfährt mancher schmerzlich, wenn er den Herdenchef nicht gut im Auge hat.

Schafe sind Filmstars wie in Schweinchen Babe, Romanhelden wie in Glennkill und Lieferanten herrlicher Wolle, die, unverarbeitet ins Ohr gesteckt, wunderbare Wirkungen entfaltet, aber auch versponnen, verstrickt und gefilzt den Menschen wärmt und schützt.

Und was wären wir ohne schwarze Schafe!

Also, schmeicheln wir ruhig den Schafen.

 

Morgenstimmung

Wenn Gabi mit ihrer Kamera Bilder malt, freue ich mich jedes Mal .

Die Sonne schiebt sich langsam über den Hügel. Die Landschaft entkommt mit winzigen Schritten dem Grau des frühen Morgens und lässt sich golden anmalen. In den letzten Tagen konnte man oft die Sonne wie eine weiße Scheibe hinter dem Dunst ausmachen, da sieht sie aus wie die Zwillingsschwester des Mondes.

Der Baum zeigt die filigrane Pracht des Astwerks. Im Sommer erkennt man kaum, was die eigentliche Gestalt der Bäume ist, nur im Winter zeigen sie sich so. Mich begeistert die Form der Bäume, die Perfektion, die sie zeigen. Und ich erinnere mich dann jedes Mal an mein ungläubiges Staunen, wenn ich als Kind Scherenschnitte gesehen habe. Für mich der Versuch, die Perfektion der Natur hoch kunstfertig einzufangen.

Dazu ein wenig Peer Gynts Morgenstimmung und eine heiße Tasse Tee für diese Momente der Ruhe und des Wissens, dass sie Dinge oft genau richtig sind, wie sie sind.

Eisstacheln

Neues Jahr, neues Projekt!

Allen Schwesternfans die frohe Kunde, dass wir dieses Jahr ein neues Projekt starten. Gabi ist neben vielem anderen eine wunderbare Fotografin und so haben wir beschlossen, dass wir dieses Jahr gemeinsam für euch eine Symbiose aus Wort und Bild machen wollen.

Wir wünschen unseren treuen Weggefährtinnen und Weggefährten einen wunderbaren Start in ein gesundes und frohes neues Jahr!

 

Frost

Mit Eisnadeln bewehrt

Büsche und Bäume.

Die Natur

hat sich ein Glitzergewand

übergeworfen.

Stille Schönheit,

atemberaubend.

Keine Menschenhand

schafft solches Meisterwerk.