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Morgenstimmung

Wenn Gabi mit ihrer Kamera Bilder malt, freue ich mich jedes Mal .

Die Sonne schiebt sich langsam über den Hügel. Die Landschaft entkommt mit winzigen Schritten dem Grau des frühen Morgens und lässt sich golden anmalen. In den letzten Tagen konnte man oft die Sonne wie eine weiße Scheibe hinter dem Dunst ausmachen, da sieht sie aus wie die Zwillingsschwester des Mondes.

Der Baum zeigt die filigrane Pracht des Astwerks. Im Sommer erkennt man kaum, was die eigentliche Gestalt der Bäume ist, nur im Winter zeigen sie sich so. Mich begeistert die Form der Bäume, die Perfektion, die sie zeigen. Und ich erinnere mich dann jedes Mal an mein ungläubiges Staunen, wenn ich als Kind Scherenschnitte gesehen habe. Für mich der Versuch, die Perfektion der Natur hoch kunstfertig einzufangen.

Dazu ein wenig Peer Gynts Morgenstimmung und eine heiße Tasse Tee für diese Momente der Ruhe und des Wissens, dass sie Dinge oft genau richtig sind, wie sie sind.

6 Gedanken zu „Morgenstimmung“

  1. Wissen, dass die Dinge oft genau richtig sind wie sie sind . . .

    Nach der Wiederbegegnung mit Bild und Text zur MORGENSTIMMUNG
    kämmte ich heute meine zerzauste Seele mit einer vergnüglichen Übung zum Schlusssatz aus diesem Text.

    Ein wunderbarer Satz:
    “Wissen, dass die Dinge oft genau richtig sind, wie sie sind.”

    Ich notierte Variationen:
    Wissen, dass die nervende Nachbarin oft genau richtig ist wie sie ist .
    Wissen, dass nichts sagen oft genau richtig ist, wie es ist.
    Wissen, dass nicht ganz salonfähige Worte oft genau richtig sind wie sie sind.
    Wissen, dass ich oft oft genau richtig bin wie ich bin.
    Und so weiter!
    Mit abendlichen Grüssen
    Agnes

  2. Guten Abend, liebe Christine Krokauer,
    unfassbar liest es sich, aber es ist so: Als Pipi Langstrumpf 1949 in deutscher Übersetzung erschien, war ich zehn Jahre alt und keine Leserin. Lesen und Schreiben empfand ich als das Aller – Unnützeste auf der Welt. Mein Glück damals: die Stunde der frühen Geburt: Kein Mensch sorgte sich in den kommenden zehn Jahren (zwischen 1939 und 1945) darüber, dass ich das Lesen nicht lernte. Wahrscheinlich war ich Legasthenikerin. Mutter und Vater , beide Lehrer, waren sich einig: “Die ist nicht dumm. Die lernt das dann schon noch!” Unvorstellbar heute! Da wäre ich ganz schön in die Mühle gekommen!
    Mir war am wohlsten im Stall. Ich liebte die Kühe. Von ihnen verstand ich eine ganze Menge . . . und verbrachte Stunden und Stunden mit ihnen. Lesen? Wozu denn?
    Warum ich das alles erzähle: Ich las Pipi Langstumpf nie, auch nicht, als ich mich viel später mit Kinder- und Jugendliteratur befasste und Rezensionen über Neuerscheinungen schrieb .
    Zum Glück gibt es Google. Dort machte ich mich eben schlau, wer Pipi ist und wer Annika!
    Nun verstehe ich auch Ihren Gruss von gestern. Vielen Dank!
    Agnes Liebi

  3. Liebe Agnes,
    das ist einfach wunderbar. Mehr “Pippi” geht nicht mehr. Da wünsche ich frohes Entdecken.
    Allerbeste Freugrüße
    Christine

  4. Liebe Ch. & G.,
    sie vermeiden – wie so oft – die dunkle Tiefe des der Lichtseite gegenüberliegenden Universums zu zeigen, geschweige denn zu erwähnen. Der Morgen beendet jene dunklen Phasen der Erkenntnis und der Tiefe, des Erahnens jener Schatten, die ihnen, wohlbekannt, beschrieben haben: C.G. Jung, Gustav Meyrink, Edgar Allan Poe, E.T.A. Hoffmann und vor allem Jean Paul: “Die Seele, vor welcher der Morgenthau der Ideale sich zum grauen kalten Landregen entfärbet hat.”
    Ihr (nach ihrer beider Schweigen) fast hoffnungsloser
    Harpocrates

  5. Lieber Harpocrates,
    ha! Da sind Sie wieder, aufgetaucht und in alter Manier bereit, das Augenmerk auch auf das zu richten, von dem wir, C & G, nach Ihrer Meinung uns so gern abwenden. Wie gut, Sie zu lesen und danke für das Schaffen des notwendigen Gleichgewichts. Die alten schwarzen Damen und ich schätzen das sehr! Euphorisch stimmt da das Geständnis, dass Sie ansatzweise hoffnungslos waren – das klingt fast so, als hätten Sie es vermisst, dass wir, G & C, so gern da Augenmerk auf die Lichtseite lenken. Ich freue mich über das Kompliment (das werden Sie vermutlich rasch widerlegen) und darüber, dass Sie wieder mit gewohnt kunstfertiger Feder am Werke sind. Erwarten wir also die Erkenntnisse der Nacht ebenso wie die des Tages!
    Hoffnungsfrohe Grüße!
    Christine

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